Samstag, 19. Juli 2008

Wie lautet das Mission Statement der Kunstvermittlung?

Warum haben Museen Abteilungen für Kunstvermittlung? Welcher Zweck steht dahinter? Geht es dabei vor allem um Schulprogramme? Deckt die Kunstvermittlung den Bildungsauftrag eines Museums ab? Wie weit reicht die Besucherbetreuung? Wer ist darin involviert? Wo beginnt die Kunstvermittlung und wo hört sie auf?
Obwohl ich schon seit einiger Zeit auf dem Gebiet der Kunstvermittlung arbeite, stelle ich mir immer wieder solche Fragen und setzte mich in diesem Kontext damit auseinander, was Kunstvermittlung heute bedeutet und wie sie sich in Zukunft weiter entwickeln könnte.

In diesem Zusammenhang kann es nützlich sein, ein Mission Statement für die Kunstvermittlung einer Institution zu formulieren. Der britische South West Museums Council hat dafür ein Arbeitsblatt herausgegeben, das bei der Formulierung behilflich ist. Es ist auch eine gute Basis für die Reflexion des eigenen Arbeitsbereiches.
Mission-Statement-Education (pdf, 29 KB)

Mittwoch, 2. Juli 2008

Verband für Kulturvermittlerinnen

Seit 1990 existiert der "Österreichische Verband für Kulturvermittlerinnen", der sich als Interessensvertretung versteht für alle, die im Bereich der Vermittlung arbeiten. Die Homepage bietet ein kleines Textarchiv sowie empfohlene Tarifsätze für die freiberufliche Arbeit.

www.kulturvermittlerinnen.at

Dienstag, 17. Juni 2008

Hochschullehrgang Museumspädagogik, PH Salzburg

An der Pädagogischen Hochschule Salzburg startet im Oktober 2008 ein Lehrgang für Museumspädagogik, wie die Kunstvermittlung hierzulande noch von manchen genannt wird. Der Lehrgang kann durch Blockseminare berufsbegleitend besucht werden. Der thematische Aufbau ist eine Mischung aus unterschiedlichen pädagogischen Zugängen (Schulklassen im Museum, Erlebnispädagogik, Spielpädagogik, Theatermethoden, Führungsverhalten), Theorie und Organisation.

Dauer: 4 Semester (Aufbaulehrgang möglich)
Beitrag: EUR 200,-/Semester
Näher Information (doc, 229 KB)

Donnerstag, 5. Juni 2008

Audience Development - Zukunftsperspektiven

Ende Mai 08 fand in Linz eine von der Joanneum Academy organisierte Tagung zum Thema "Audience Develpment" statt. Diese machte klar, daß dieser Begriff in Österreich und Deutschland noch kaum bekannt und etabliert ist. Prof. Klaus Siebenhaar aus Berlin legte die Rahmenbedingung für Audience Development fest, die für ihn die "Haltung und die Arbeit einer ganzen Institution" und eine "mentale Ausrichtung" sind. "Hand, Herz und Können" müssen laut Siebenhaar dabei sein ebenso wie die Überzeugung des Dirkektors, sonst sei es eine Alibiveranstaltung. Hinsichtlich dieses ganzheitlichen Ansatzes von Audience Development war es schade, daß sich das Publikum zum Großteil aus KunstvermittlerInnen zusammensetzte. Wenige waren aus dem Bereich Marketing, Kuratoren waren kaum vertreten. Sehr anschaulich hat die Zusammenarbeit der verschiedenen Museumsbereiche (Kuratoren, Marketing, Kunstvermittlung) Mary Kershaw mit der Arbeit des York Museum Trust veranschaulicht, der in den letzten Jahren die York Art Gallery erneuert und beispielsweise durch Neuaufstellung der Sammlulng und Hands on Bereiche publikumsfreundlicher gestaltet hat. Zwei der Grundlinien des York Museum Trust lauten: "The collections are the heart of the Trust" und "All works on the collections have a public outcome".
Ein sehr gutes Beispiel für den Versuch von Audience Development gab Katharina Iber von der Kinderuni Wien. Sie stellte die Strategie vor, wie die Kinderuni durch den Besuch von Parks und Spielplätzen der Randbezirke Wiens mit Wissenschaftsboxen versucht, Kinder mit migrantischem Hintergrund anzusprechen. Hilfreiche Arbeitsmaterialien zur Entwicklung von einer Audience Development Strategie brachte Graham Black mit.
Provokant im Titel aber kaum mit Antworten versehen war der Vortrag "Pädagogik und Marketing - Konkurrenten oder Partner?" von Renate Wohlfarth. Meiner Meinung nach könnte ein Grund für die oft schwierige Zusammenarbeit dieser beiden Abteilungen darin liegen, daß die Kunstvermittlung oder Museumspädagogik eine noch relativ junge Disziplin ist, die oft als eigener Teil statt integraler Bestandteil der Museumsarbeit gesehen wird.
Eine Definition, was Audience Development genau meint, konnte in den zwei Tagen laut Moderatorin Gabriele Stöger nicht gefunden werden. Begriffe wie Besucherservice, Managementstrategie oder Besucherzahlen konnten der Audience Development nicht eindeutig zugeschrieben werden. Ich denke, es handelt sich dabei um ein publikumsorientiertes Arbeiten, das alle Abteilungen eines Museums betrifft und das innerhalb der Institution bei einer intensiven Zusammenarbeit reflektiert werden sollte. Eventuell dauert es noch länger, bis sich der Begriff und die damit verbundene Vorgehensweise im deutschsprachigen Raum durchsetzt.

Dienstag, 27. Mai 2008

Lehrgang Kulturpädagogik, Linz

Im Herbst 2008 beginnt in der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich der Lehrgang "Kulturpädagogik - Kulturelle Bildung und Praxis", in dem Modelle und Methoden der Kunst- und Kulturvermittlung gelehrt werden. Diese Ausbildung dauert fünf Semester und findet an Wochenenden statt.

Der Lehrgang richtet sich an Lehrerinnen und Lehrer aller Fächer und Schularten mit abgeschlossener Erstausbildung. Studierende im zweiten Studienabschnitt und außerordentliche Studierende können zugelassen werden.

Eine Anmeldung ist noch bis 31.05.08 möglich.

Weitere Informationen: Kulturpädagogik, Linz

Sonntag, 25. Mai 2008

kiss - Kultur in Schule und Studium

Das Siemens Arts Program hat sich die Vermittlung zeitgenössischer Kunst an Schulen vorgenommen und bietet ein interessantes Stipendienmodell an. Seit 2004 gibt es die Projektreihe "kiss- Kultur in Schule und Studium", in deren Rahmen Stipendien an Lehramtstudierende vergeben werden. Im Vordergrund steht dabei die persönliche Begegnung der Stipendiaten mit KünstlerInnen. Aufgrund von persönlichen Gesprächen, Atelierbesuchen und fachdidaktischer Betreuung erarbeiten die angehenden LehrerInnen Unterrichtseinheiten zu den jeweiligen KünstlerInnen. Es ist die Idee des Projektes, konkretes Unterrichtsmaterial zu entwickeln und andere zur Nachahmung und Weiterentwicklung zu ermutigen.

Die Unterrichtseinheiten sind in Publikationen veröffentlicht.
In jener zu "Film, Video und Fotografie" finden sich auch Anregungen für die Vermittlungsarbeit im Museum. Hier werden die KünstlerInnen Thomas Demand, STand Douglas, Asta Gröting, Birgit Hein und Christian Jankowski vorgestellt.

Unter folgendem Link steht die lesenswerte Publikation "Film, Video und Fotografie in der Schule" als Download zur Verfügung.

www.siemensartsprogram.de

Donnerstag, 17. April 2008

Guardian Family Friendly Museum Award

In Großbritannien tut sich etwas bezüglich Familien und Museen, denn auch heuer gibt es wieder den "Guardian Family Friendly Museum Award", der 2004 das erste Mal vergeben wurde.

Wie es dazu kam? Im März 2003 besuchte Dea Birkett, Journalistin des Guardian, mit ihrem zweijährigen Sohn die Azteken Ausstellung in der Royal Academy. Als der Sohn sein Erstaunen gegenüber einer Statue durch das Ausrufen von "Monster! Monster!" zum Ausdruck gab, wurden die beiden auf den Ausgang verwiesen. Über diese Episode berichtete Birkett in ihrer Kolumne "travelling with kids" und löste dadurch eine Flut von Leserbriefen aus, in denen Familien darüber berichteten, daß sie sich in den britischen Museen und Galerien nicht willkommen fühlen.
Einige Monate später wurde ein Manifest ausgearbeitet, in dem Kriterien für Familienfreundlichenkeit festgelegt wurden. Auch wurde der "Guardien Family Friendly Museum Award" eingeführt, der von Familien und Kindern ausgewählt wird.
Auch heuer stehen wieder fünf Institutionen auf der Shortlist, im Mai wird der Gewinner verkündet.

Für mich ist das ein sehr schönes Beispiel, wie Familienfreundlichkeit sich in Museen durchsetzen kann und ich denke, daß eine solche Initiative bei uns auch dringend nötig ist. Welche Museen entsprechen denn wirklich diesen Kriterien? Da fallen mir vielleicht mal fünf ein.
Armin Klein schreibt dazu sehr treffend in seinem Buch "Der exzellente Kulturbetrieb" (S. 125 u. 126): "Wollen Kunst- und Kultureinrichtungen auch in Zukunft sicher gehen, dass sie ausreichend Besucher anziehen, müssen sie bereits heute in viel stärkerem Maße, als dies - zumindest in Deutschland - bisher der Fall ist, Kinder und Jugendliche ansprechen. .....Was also gerade in Deutschland in viel größerem Umfang als bisher gebraucht wird, sind Kulturangebote, die von Kindern und Eltern (bzw. anderen wichtigen primären Bezugspersonen) gemeinsam nachgefragt werden können."

Mehr Infos zum Thema: http://www.kidsinmuseums.org.uk/
via Cultural Interpretation

Freitag, 11. April 2008

Masterstudiengang Kunst- und Kulturvermittlung, Bremen

Eine für mich überzeugend zusammengestellte Ausbildung für Kunst- und Kulturvermittlung bietet die Universität Bremen an. Der Masterstudiengang Kunst- und Kulturvermittlung dauert vier Semester im Vollzeitstudium und vernetzt laut Studiengangbeschreibung "kunst-, medien- und kulturwissenschaftliche, kultur- und gesellschaftstheoretische, präsentationshistorische, museologische und methodisch-didaktische Anteile sowie das Erlernen kuratorischer Fähigkeiten und managementbezogener Grundlagen".
Voraussetzung ist ein Studium der Geisteswissenschaften, Kunstpädagogik, Religions- oder Medienwissenschaft.
Wer sich für einen der 15 Studienplätze für das kommende Wintersemester 08 bewerben möchte, muß seine Unterlagen bis 30.06.08 einreichen.
Studiengebühren gibt es keine!!

Nähere Infos hier