Texte für BesucherInnen
Geht man als KunsthistorikerIn ein Kunstmuseum, dann hat man es leicht. Hier trifft man auf bekannte Künstler. Fachbegriffe wie Fluxus, Minimalismus oder konstruktivistisch sind vertraut. Aber wie ist das für jemanden, der nicht vom Fach ist und dem diese Begriffe nicht geläufig sind?
Philip Yenawine hat von 1983 – 1993 die Kunstvermittlung des Moma geleitet und gibt in seinem Aufsatz „Writing for Adult Museum Visitors“ nützliche Hinweise, wie man in Wandttexten oder Werkbeschriftungen auf den Besucher eingehen kann. Ausgangspunkt für seine Überlegungen war eine Besucherbefragung des Moma.
Hier sind die wichtigsten Punkte seines „Guide to Writing“:
Den Inhalt lesen
- Wenn man in ein Thema einführt, dann beginne mit einem Satz, der darlegt, warum das Werk „wichtig“ ist, warum es ausgestellt ist und z. B. warum wir den Künstler ernst nehmen. Bspw. muss man bei Van Gogh anders beginnen als bei Jackson Pollock, für den Yenawine einen Anfang wie „warum das Kunst ist“ vorschlägt.
- Nachdem das anfängliche „warum“ festgelegt ist, folgt man mit zwei oder drei Sätzen, die den Betrachter leiten um zu sehen, auf welche Weise das Werk einen Nachweis für das beinhaltet, was angenommen worden ist.
- Stelle Fragen, die von einem Betrachter beantwortet werden können, der wenig Erfahrung mit Kunst hat. Bspw. Welche Assoziationen haben Sie mit der Farbe Schwarz? Oder schlage vor, sich im Raum umzusehen, um den Betrachter zu ermutigen, aktiv zu werden (z. B. „Schau im Raum herum zu andern Bildern“)
- Schließe mit einem Überblick über das Gesagt, die Vermutungen ab
- Verwende Zitate von den Künstlern oder anderen Experten wie Ausstellungskuratoren etc.
- Gebe bei manchen Beispielen minimale biographische oder historische Anmerkungen, aber belaste nicht mit zu vielen Fakten, die man sich nicht merken kann.
Schreibstil
- Schreibe intelligent. Das Problem unseres Publikums ist Unerfahrenheit im Umgang mit Kunst, nicht das Fehlen von Intelligenz oder Bildung.
- Nehme dir ein Beispiel an gutem Journalismus.
- Überlege dir, wie du selbst in ein Thema eingeführt werden möchtest, mit dem du nicht vertraut bist.
- Schreibe in aktiver Sprache und verwende Hinweise wie: schaue auf ... beachte ... finde..... Das nennt man „directed looking“ (geleitetes Sehen)
- Präsentiere deine Gedanken, das „geleitet Sehen“ und die Informationen in einer logischen Ordnung.
- Ob Wandtexte oder Broschüren – jeder Text muss für sich selbst abgeschlossen sein. Man kann nicht davon ausgehen, dass die Galerie- oder Museumsbesucher die Texte in der gewünschten Reihenfolge lesen.
- Verwende kurze Sätze, die nicht mehr als eine Idee enthalten.
Sprache
- Schreibe in einer allgemein verständlichen Sprache.
- Nehme an, daß unser Publikum keine Fachsprache versteht
- Wenn du denkst, daß ein spezifisches Vokabular notwendig ist, dann definiere diese Wörter und mache ihre Bedeutung klar
Länge
- Texte, die vor Ort gelesen werden sollten grundsätzlich kurz gehalten werden
Design und Layout- Die Leserlichkeit ist sehr wichtig
- Großes, leicht zu lesendes Schriftbild - vor allem für ältere BesucherInnen
- Gestalte einen Raum, in dem die Besucher gemütlich sitzen und lesen können, bevor sie in die Ausstellungen gehen
aus: Philip Yenawine, Writing for Museum Visitors
Philip Yenawine hat von 1983 – 1993 die Kunstvermittlung des Moma geleitet und gibt in seinem Aufsatz „Writing for Adult Museum Visitors“ nützliche Hinweise, wie man in Wandttexten oder Werkbeschriftungen auf den Besucher eingehen kann. Ausgangspunkt für seine Überlegungen war eine Besucherbefragung des Moma.
Hier sind die wichtigsten Punkte seines „Guide to Writing“:
Den Inhalt lesen
- Wenn man in ein Thema einführt, dann beginne mit einem Satz, der darlegt, warum das Werk „wichtig“ ist, warum es ausgestellt ist und z. B. warum wir den Künstler ernst nehmen. Bspw. muss man bei Van Gogh anders beginnen als bei Jackson Pollock, für den Yenawine einen Anfang wie „warum das Kunst ist“ vorschlägt.
- Nachdem das anfängliche „warum“ festgelegt ist, folgt man mit zwei oder drei Sätzen, die den Betrachter leiten um zu sehen, auf welche Weise das Werk einen Nachweis für das beinhaltet, was angenommen worden ist.
- Stelle Fragen, die von einem Betrachter beantwortet werden können, der wenig Erfahrung mit Kunst hat. Bspw. Welche Assoziationen haben Sie mit der Farbe Schwarz? Oder schlage vor, sich im Raum umzusehen, um den Betrachter zu ermutigen, aktiv zu werden (z. B. „Schau im Raum herum zu andern Bildern“)
- Schließe mit einem Überblick über das Gesagt, die Vermutungen ab
- Verwende Zitate von den Künstlern oder anderen Experten wie Ausstellungskuratoren etc.
- Gebe bei manchen Beispielen minimale biographische oder historische Anmerkungen, aber belaste nicht mit zu vielen Fakten, die man sich nicht merken kann.
Schreibstil
- Schreibe intelligent. Das Problem unseres Publikums ist Unerfahrenheit im Umgang mit Kunst, nicht das Fehlen von Intelligenz oder Bildung.
- Nehme dir ein Beispiel an gutem Journalismus.
- Überlege dir, wie du selbst in ein Thema eingeführt werden möchtest, mit dem du nicht vertraut bist.
- Schreibe in aktiver Sprache und verwende Hinweise wie: schaue auf ... beachte ... finde..... Das nennt man „directed looking“ (geleitetes Sehen)
- Präsentiere deine Gedanken, das „geleitet Sehen“ und die Informationen in einer logischen Ordnung.
- Ob Wandtexte oder Broschüren – jeder Text muss für sich selbst abgeschlossen sein. Man kann nicht davon ausgehen, dass die Galerie- oder Museumsbesucher die Texte in der gewünschten Reihenfolge lesen.
- Verwende kurze Sätze, die nicht mehr als eine Idee enthalten.
Sprache
- Schreibe in einer allgemein verständlichen Sprache.
- Nehme an, daß unser Publikum keine Fachsprache versteht
- Wenn du denkst, daß ein spezifisches Vokabular notwendig ist, dann definiere diese Wörter und mache ihre Bedeutung klar
Länge
- Texte, die vor Ort gelesen werden sollten grundsätzlich kurz gehalten werden
Design und Layout- Die Leserlichkeit ist sehr wichtig
- Großes, leicht zu lesendes Schriftbild - vor allem für ältere BesucherInnen
- Gestalte einen Raum, in dem die Besucher gemütlich sitzen und lesen können, bevor sie in die Ausstellungen gehen
aus: Philip Yenawine, Writing for Museum Visitors
Elisabeth Ihrenberger - 29. Jan, 20:00