Best Practice

Mittwoch, 19. September 2012

Rabenkultur, Audio und Film

Wenn die Raben Kolja und Kasimir in der Berliner Gemäldegalerie bei Hans Holbeins Bildnis eines Kaufmanns vorbei fliegen, wird es alles andere als langweilig. Auf witzige Weise unterhalten sie sich mit dem eitlen Kaufmann, der gerade Portrait sitzt. So erfahren Kinder und auch Erwachsene ganz nebenbei Interessantes über ein Meisterwerk.

Mit den Raben Kolja und Kasimir haben Isabel Raabe und Franziska Sauerbrey sehr gelungene Audioführungen für Kinder erstellt. Bislang sind diese im Museum Ludwig und in der Gemäldegalerie zu hören.
Seit kurzem werden die Filme von Kolja und Kasimir auch auf 3sat ausgestrahlt.

Hinein hören und zusehen lohnt sich und kann man auch auf www.rabenkultur.de

Dienstag, 11. September 2012

Hinaus aus dem Museum

Findet Museumspädagogik nur innerhalb der Museen statt oder auch außerhalb? Dieser Frage ist Theresa A. Weiss in ihrem Beitrag "(Summer) Weekly Journeys throught Art - über Vermittlungsarbeit, die nicht an der Museumstür aufhört" nachgegangen. Sie selbst hat im Museum of Fine Arts Boston mitgearbeitet und gibt Einblick in das "mfa on the move" - ein vom Museum veranstaltetes Feriencamp für Kinder. Als österreichisches Beispiel stellt sie das "Kidsmobil" des Museum Moderner Kunst Kärnten vor.

Der Beitrag erschien in der August Ausgabe 2012 der österreichischen Museumszeitschrift "Neues Museum" und wurde von der Autorin für diesen Blog zum Nachlesen zur Verfügung gestellt.

Theresa-A-Weiss-Neues-Museum-Aug-2012 (pdf, 479 KB)

Sonntag, 29. April 2012

Radiokolleg Tipp

Lernen in der Netzwerkgesellschaft ist der Titel eines Radiokollegs im Mai und untersucht, wie sich die Vorstellungen und Methoden vom Lernen verändert haben.
In der Netzwerkgesellschaft gelten Medienkompetenz und Kreativität als neue Schlüsselqualifikationen, die auch in den Bildungsstrategie-Papieren von EU und OECD promotet werden. Doch wie ist die damit verbundene Rede vom "Lebenslangen Lernen" zu verstehen? Wird Lernen zum ökonomischen Überlebenstraining oder geht es auch um persönliche Weiterentwicklung und Befähigung zu mehr Partizipation? Im Übergang von der Industrie- zur Informationsgesellschaft ist "digital literacy" heute in allen Berufen gefragt. Ihre geeignete Vermittlung ist damit zentral für eine zukunftsfähige Bildungspolitik.

In diesem Radiokolleg begeben sich Armin Medosch und Ina Zwerger auch in die Tate Modern, wo mittels zeitgenössischer Kunst kreatives Lernen stattfindet und zeigen, wie bis 2010 die "Creative Partnerships" in Großbritannien intensiv gefördert wurden.

Auf Sendung in Ö1:
7. - 10. Mai 2012, 9:05 und 22:15 Uhr

Mittwoch, 18. Mai 2011

Ende für Schau

Im Jänner 2009 starteten Michaela Leutzendorff-Pakesch und Sabine Kienzer Schau, ein Kunstmagazin für Jugendliche. Der Gründung des Magazins ging eine intensive Recherche zum Stand der Kunstvermittlung in Österreich voran. Was bei den Recherchen heraus kam war die Tatsache, dass es viele Angebote für Kinder aber nur wenige für Jugendliche gibt. Mit "Schau" kam ein neues Vermittlungsformat auf den Markt, das sich außerhalb von Kunst- und Museumsräumen an Jugendliche richtet und durch seine hohe Qualität auszeichnet. Da nun jedoch eine Subvention gestrichen wurde heißt es leider Aus für dieses ambitionierte Projekt. Anfang Mai erschien die letzte Ausgabe.



schau kunstmagazin
Wer Schau verpasst hat, kann sich in der Redaktion noch alte Ausgaben bestellen.

Freitag, 6. Mai 2011

Urban Art

Kunst-und-Unterricht-351-Urban-Art

Das aktuelle Heft von Kunst + Unterricht ist der Urban Art gewidmet. Diese sehr gelungene Ausgabe stellt die wichtigsten Urban Art Künstler vor, sie beschäftigt sich mit dem Hintergrund der Urban Art Bewegung und zeigt deren didaktische Potenziale für die Arbeit mit Jugendlichen und Kindern auf. Die gesellschaftspolitischen und künstlerischen Dimensionen der Urban Art werden anhand von Studentenprojekten erörtert. Wie Jugendliche für die Gestaltung und Gestaltbarkeit ihres urbanen Umfeldes sensibilisiert werden zeigt ein Berliner Schulprojekt. Die Ausgabe stellt verschiedene künstlerische Techniken vor wie: Legetrick-Animation, Installation von Nistkästen, Papiercollagen-Porträts oder Verfremdungen mit Klebebändern.

Zum Hineinlesen befindet sich hier das Download von Inhaltsverzeichnis und Glossar.
Inhaltsverzeichnis-Urban-Art (pdf, 364 KB)
Glossar-Urban-Art (pdf, 54 KB)

In der Linkliste-Urban-Art (pdf, 54 KB) befindet sich eine umfangreiche Linksammlung, von der ich nur zwei herausgreifen möchte:
www.woostercollective.com
www.banksy.co.uk

Zu bestellen gibt es das Heft unter:
www.friedrich-verlag.de

Mittwoch, 12. Mai 2010

Blick nach London

Blick-nach-London
Gerne erinnere ich mich an meinen Praktikumssommer in London. Jede freie Zeit verbrachte ich damals im Museum. Ob Tate, Whitechapel oder Serpentine Gallery - überall ist engagierte und facettenreiche Kunstvermittlung zu finden!

Vor kurzem ist nun ein Buch erschienen, das die Londoner Kunstvermittlung vorstellt. Es trägt den Titel "Lernen mit Kunst. Blick nach London" und wurde von Schweizer KulturvermittlerInnen des Lehrgangs Kuverum herausgegeben.

In London gibt es ein anderes Selbstverständnis für Kunstvermittlung. Ihr Stellenwert ist viel höher als im deutschsprachigen Raum. Warum ist das so? Das ist die zentrale Frage, der die Autorinnen nachgehen. Einen Grund dafür sehen sie in der Vergangenheit, an der Entstehung der Museen in der Aufklärung. Heute tragen jedoch staatliche Forschungsprogramme zur Stärkung der Kunstvermittlung bei. Die britische Studie enquire, hat gezeigt, dass Kinder und Jugendliche in hohem Maß von der Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst profitieren. Auch ist in England die Vernetzung der VermittlerInnen untereinander sehr stark. Der Berufsverband engage kümmert sich mit seinen Publikationen um fachliche Diskussion, Weiterbildung und professionelle Unterstützung.

Zusätzlich zu diesen kurz skizzierten Rahmenbedingungen stellt das Buch vier Kunstinstitutionen und die von ihnen entwickelte Kunstvermittlung vor. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Beispiele, die zur Nachahmung anregen sollen. Wichtig erscheint mir vor allem das Thema Kunstvermittlung und Forschung, das bei uns ein noch sehr vernachlässigtes Gebiet ist. Hierzu gibt es einen interessanten Beitrag von Carmen Mörsch, die ausgehend von England die Forschungssituation in der Schweiz darstellt.

Lernen mit Kunst. Blick nach London
hg von Kuverum, Lehrgang Kulturvermittlung
2009, hier + jetzt

bestellbar im Buchhandel

Montag, 22. März 2010

Sehr empfehlenswert: Manifesta Workbook

Die Kunstvermittlung ist eine Praxis orientierte Disziplin, die sich aus einer Mischung von didaktischen Modellen, Kunstgeschichte und Museologie zusammensetzt. Publikationen darüber sind rar, zum erforschenden Gegenstand selbst ist die Kunstvermittlung leider noch fast gar nicht geworden.
Create a Bigger Picture, (C) Manifesta Workbook
Umso erfreulicher ist es, was sich aus der 2008 im Trentino stattgefundenen Manifesta entwickelt hat. Das MANIFESTA WORKBOOK ist eine Sammlung von kostenlos und online zugänglichen Materialien zur Kunstvermittlung. Der gleich am Beginn stehende "First Aid Kit" ist, wie der Name schon verrät, äußerst hilfreich und kann allem empfohlen werden, die an und für Ausstellungen arbeiten.
consider the needs of your target audience, (C) Manifesta Workbook
Die bisherigen Kapitel des Manifesta Workbook beinhalten didaktische Anregungen und Reflexionen über die Praxis wie zum Beispiel im Beitrag "What kind of art mediator are you?". Sieben Kapitel haben die Autoren Yoeri Meessen und Thea Unteregger bereits erstellt, weitere sind in Planung.

(c) Piktogramme: Manifesta Workbook, First Aid Kit, 2010

www.manifestaworkbook.org

Samstag, 20. März 2010

Museum & Social Inclusion. Exkursion London

Ich weise hier gerne auf die London Exkursion der Museumsakademie Joanneum und der Reinwardt Academie Amsterdam hin:

* 27.05.-29.05.2010

Viele Initiativen britischer Museen richten sich in den letzten Jahren an Gruppen, die wenig bis gar nicht am sozialen, wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Leben der Gesellschaft teilhaben. Hinter diesem Engagement stehen staatliche Verordnungen, die Museen und andere Kultureinrichtungen dazu auffordern, mehr als bislang gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen: zur Bildung und Aufklärung, zum Selbstwertgefühl und identitären Bewusstsein Einzelner und von Gruppen beizutragen.
Diese staatlichen Forderungen haben in Museen zu Umstrukturierungen, neuen inhaltlichen Schwerpunkten, zur Übernahme neuer Aufgaben und zu neuen Kooperationen geführt. Wir möchten uns am Beispiel mehrerer Häuser ansehen, was Social Inclusion in der Praxis bedeutet, wie Prioritären festgelegt und Zielgruppen angesprochen, wie Maßnahmen organisiert, finanziert und evaluiert werden. Und wir möchten dazu mit Begriffsunstimmigkeiten aufräumen und die Übertragbarkeit von Konzepten in den deutschsprachigen Raum diskutieren.

mit
Wayne Modest, Keeper of Anthropology, Horniman Museum and Gardens London (GB)
Barry Ginley, Disability and Access Officer, V&A Museum London (GB)
Eithne Nightingale, Head of Access, Inclusion and Diversity, V&A Museum London (GB)
John Reeve, Museum consultant, for many years Head of Education at the British Museum, London (GB)
Ruben Smit, Lecturer Audience Development and Exhibition Communication, Reinwardt Academy (NL)
Léontine Meijer-van Mensch, Lecturer in Theoretical Museology, Reinwardt Academy (NL)
sowie weiteren Fachkolleginnen und Fachkollegen aus den besuchten Häusern

Kosten:
140 Euro/100 Euro (ermäßigt)
plus Anreise, Unterkunft und Verpflegung.

Anmeldung und Info:

Museumsakademie Joanneum, Graz
T +43 (0) 316/8017-9805, Fax -9808
office@museumsakademie-joanneum.at oder sophie.koller@museum-joanneum.at
Bitte melden Sie sich schriftlich per Mail oder Fax an.

Dienstag, 9. März 2010

Die Bundesmuseen und ihr junges Publikum

In den österreichischen Bundesmuseen heißt es seit Jänner 2010 für Jugendliche bis zum 19. Lebensjahr "Eintritt frei". Der Wegfall des Eintrittspreises für junge Menschen ist sehr begrüßenswert und bietet die Möglichkeit, die Bundesmuseen noch mehr als bisher als Bildungseinrichtung zu nutzen. Zweifelsohne animiert der freie Eintritt viele Jugendliche und Familien mit Kindern zum Museumsbesuch. Wahrscheinlich werden vor allem jene jungen Leute angesprochen, die sich von vornherein für Kunst, Museen oder Kultur interessieren. Wie aber erreicht man die anderen?
Um ein möglichst breites junges Publikum anzusprechen haben das Bmukk und KulturKontakt Austria die Initiative "Kunstvermittlung mit Schulen in Bundesmuseen" gestartet. Dabei werden Projekte gefördert, die die Vermittlungsarbeit der Bundesmuseen "qualitativ weiterentwickeln" sowie das junge Museumpublikum erweitern.

Im Rahmen dieser Initiative werden einige gute Ideen umgesetzt. Die Albertina entwickelt z. B. ein "Atelier mobil"mit didaktischen Materialien zur freien Verwendung,
das Kunsthistorische Museum erstellt Materielien für blinde und sehschwache Kinder und Jugendliche und das Mak arbeitet mit BerufsschülerInnen zum Thema "Material".

Zum Nachlesen für Interessierte:
Bewilligte-Projekte (pdf, 179 KB)
KulturKontakt

Dienstag, 10. November 2009

schau - Kunstmagazin für Jugendliche

Für Jugendliche gibt es seit kurzem ein eigenes Kunstmagazin. Es trägt den Titel "schau", erscheint vier Mal jährlich und hat es sich zum Ziel gesetzt, die Auseinandersetzung mit moderner Kunst vor allem über die Schule zu fördern. Daher gibt es auch ein Klassenabo für EUR 8,- pro SchülerIn. Die aktuelle Ausgabe zeichnet sich durch gut lesbare Artikel bekannter AutorInnen aus. Solche Texte würde man oft gerne in den Kulturteilen oder den Museen vorfinden. Monika Faber (Sammlungsleiterin der Fotosammlung der Albertina) schreibt über die Fotografie um 1900, die Kulturtheoretikerin Elke Krasny stellt den Wolkenturm von Grafenegg vor und Franzobel macht sich Gedanken über den Raub der Saliera.

Zusätzlich zu den vielen Artikeln über Kunst, Mode und Ausstellungen gibt es in der Heftmitte ein Kunstposter sowie in der aktuellen Ausgabe einen Design Wettbewerb zum Thema Lampen.

Um nicht nur "schau" zu lesen sondern selbst auch schauen zu gehen befindet sich in jedem Heft ein Gutschein für einen Museumsbesuch für eine Schulklasse. Ich finde es aber schade, dass diese Gutscheine von den Jugendlichen nicht alleine in ihrer Freizeit verwendet werden können. Denn im Klassenverband schaffen es sehr viele Jugendliche in ein Museum. Hingegen ist es nicht üblich, sich dort mit Freunden zu verabreden und seine Freizeit zu verbringen. Das könnte hier auch noch gefördert werden.

Für all jene, die selbst an der Umsetzung eines Kulturprojektes arbeiten ist vielleicht auch interessant, dass die Umsetzung des Magazins "schau" unter anderem durch departure gefördert worden ist.

Die nächste Ausgabe erscheint am 23. November!

www.schau.co.at