In Großbritannien tut sich etwas bezüglich Familien und Museen, denn auch heuer gibt es wieder den "Guardian Family Friendly Museum Award", der 2004 das erste Mal vergeben wurde.
Wie es dazu kam? Im März 2003 besuchte Dea Birkett, Journalistin des Guardian, mit ihrem zweijährigen Sohn die Azteken Ausstellung in der Royal Academy. Als der Sohn sein Erstaunen gegenüber einer Statue durch das Ausrufen von "Monster! Monster!" zum Ausdruck gab, wurden die beiden auf den Ausgang verwiesen. Über diese Episode berichtete Birkett in ihrer Kolumne "travelling with kids" und löste dadurch eine Flut von Leserbriefen aus, in denen Familien darüber berichteten, daß sie sich in den britischen Museen und Galerien nicht willkommen fühlen.
Einige Monate später wurde ein
Manifest ausgearbeitet, in dem Kriterien für Familienfreundlichenkeit festgelegt wurden. Auch wurde der "Guardien Family Friendly Museum Award" eingeführt, der von Familien und Kindern ausgewählt wird.
Auch heuer stehen wieder fünf Institutionen auf der
Shortlist, im Mai wird der Gewinner verkündet.
Für mich ist das ein sehr schönes Beispiel, wie Familienfreundlichkeit sich in Museen durchsetzen kann und ich denke, daß eine solche Initiative bei uns auch dringend nötig ist. Welche Museen entsprechen denn wirklich diesen Kriterien? Da fallen mir vielleicht mal fünf ein.
Armin Klein schreibt dazu sehr treffend in seinem Buch "Der exzellente Kulturbetrieb" (S. 125 u. 126): "Wollen Kunst- und Kultureinrichtungen auch in Zukunft sicher gehen, dass sie ausreichend Besucher anziehen, müssen sie bereits heute in viel stärkerem Maße, als dies - zumindest in Deutschland - bisher der Fall ist, Kinder und Jugendliche ansprechen. .....Was also gerade in Deutschland in viel größerem Umfang als bisher gebraucht wird, sind Kulturangebote, die von Kindern und Eltern (bzw. anderen wichtigen primären Bezugspersonen) gemeinsam nachgefragt werden können."
Mehr Infos zum Thema:
http://www.kidsinmuseums.org.uk/
via
Cultural Interpretation
Elisabeth Ihrenberger - 17. Apr, 10:35