Museum

Sonntag, 17. März 2013

30 Jahre Kunstvermittlung im MdM

Im Februar 1983 wurde in Salzburg das Rupertinum eröffnet, das inzwischen zum Museum der Moderne geworden ist. Für die Kunstvermittlung war diese Eröffnung ein wichtiger Meilenstein. Hier gab es die erste fest angestellte Museumspädagogin Österreichs, wie das Arbeitsgebiet damals meistens noch genannt wurde.

Die Kunstvermittlung des Museum der Moderne feiert ihr 30-jähriges Bestehen mit der Ausstellung "Auf Augenhöhe - Archiv & Labor. Aus drei Jahrzehnten Kunstvermittlung".

Die Ausstellung speist sich aus einer Vielzahl von Objekten der Vermittlungsarbeit. Zu den Werken von Kindern und Erwachsenen mischen sich kommentarlos didaktische Gegenstände sowie interaktive Objekte, die speziell für die Erlebnisräume diverser Ausstellungen entstanden sind. Darunter befindet sich auch das begehbare Spiegelkabinett der Kinderausstellung "Alice & Co im Wunderland". Die Ausstellung "Auf Augenhöhe" ist ein Kabinett der Erinnerung. Sie erzählt, zeigt und deutet die Fülle an Möglichkeiten der Zugänge zur Kunst an.

Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 5. Mai 2013 im MdM Rupertinum. Am Samstag, den 20. April gibt im MdM sowie in anderen Salzburger Museen verschiedene Veranstaltungen zum Jubiläum der Kunstvermittlung.

Samstag, 15. November 2008

Kinderzimmer


Kinderzimmer im MdM Salzburg

Seit Oktober gibt es den Blog "Ideenbörse für das Kulturmarketing". Hier geht es darum, Ideen zu sammeln, die den Kulturbetrieb sympathischer und die BesucherInnen zufriedener machen. Gesammelt wird von fünf KulturbloggerInnen. Aber auch die LeserInnen sollen aktiv werden und hier ihre Ideen einbringen.
Neulich ging es in einem Beitrag darum, dass Museen kinderfreundlicher werden müssen und die Bedürfnisse der Kinder bei der Ausstellungsgestaltung berücksichtigt werden sollten. Dass so etwas sehr positiv von den BesucherInnen angenommen wird, kann ich aus eigener Erfahrung berichten. Für die letzte Ausstellung des MdM Salzburg konnte ich ein so genanntes "Kinderzimmer" anregen und umsetzten. Bestückt war es mit Kunstobjekten und interaktiven Objekten zu einzelnen Werken. Es ist nicht nur von Kindern gut angenommen worden. Auch Erwachsene fühlten sich hier sehr wohl! Ein Museumsbesuch wird für Familien auf diese Weise sicher viel einladender und spannender.

Samstag, 19. Juli 2008

Wie lautet das Mission Statement der Kunstvermittlung?

Warum haben Museen Abteilungen für Kunstvermittlung? Welcher Zweck steht dahinter? Geht es dabei vor allem um Schulprogramme? Deckt die Kunstvermittlung den Bildungsauftrag eines Museums ab? Wie weit reicht die Besucherbetreuung? Wer ist darin involviert? Wo beginnt die Kunstvermittlung und wo hört sie auf?
Obwohl ich schon seit einiger Zeit auf dem Gebiet der Kunstvermittlung arbeite, stelle ich mir immer wieder solche Fragen und setzte mich in diesem Kontext damit auseinander, was Kunstvermittlung heute bedeutet und wie sie sich in Zukunft weiter entwickeln könnte.

In diesem Zusammenhang kann es nützlich sein, ein Mission Statement für die Kunstvermittlung einer Institution zu formulieren. Der britische South West Museums Council hat dafür ein Arbeitsblatt herausgegeben, das bei der Formulierung behilflich ist. Es ist auch eine gute Basis für die Reflexion des eigenen Arbeitsbereiches.
Mission-Statement-Education (pdf, 29 KB)

Dienstag, 29. Januar 2008

Texte für BesucherInnen

Geht man als KunsthistorikerIn ein Kunstmuseum, dann hat man es leicht. Hier trifft man auf bekannte Künstler. Fachbegriffe wie Fluxus, Minimalismus oder konstruktivistisch sind vertraut. Aber wie ist das für jemanden, der nicht vom Fach ist und dem diese Begriffe nicht geläufig sind?
Philip Yenawine hat von 1983 – 1993 die Kunstvermittlung des Moma geleitet und gibt in seinem Aufsatz „Writing for Adult Museum Visitors“ nützliche Hinweise, wie man in Wandttexten oder Werkbeschriftungen auf den Besucher eingehen kann. Ausgangspunkt für seine Überlegungen war eine Besucherbefragung des Moma.

Hier sind die wichtigsten Punkte seines „Guide to Writing“:
Den Inhalt lesen
- Wenn man in ein Thema einführt, dann beginne mit einem Satz, der darlegt, warum das Werk „wichtig“ ist, warum es ausgestellt ist und z. B. warum wir den Künstler ernst nehmen. Bspw. muss man bei Van Gogh anders beginnen als bei Jackson Pollock, für den Yenawine einen Anfang wie „warum das Kunst ist“ vorschlägt.
- Nachdem das anfängliche „warum“ festgelegt ist, folgt man mit zwei oder drei Sätzen, die den Betrachter leiten um zu sehen, auf welche Weise das Werk einen Nachweis für das beinhaltet, was angenommen worden ist.
- Stelle Fragen, die von einem Betrachter beantwortet werden können, der wenig Erfahrung mit Kunst hat. Bspw. Welche Assoziationen haben Sie mit der Farbe Schwarz? Oder schlage vor, sich im Raum umzusehen, um den Betrachter zu ermutigen, aktiv zu werden (z. B. „Schau im Raum herum zu andern Bildern“)
- Schließe mit einem Überblick über das Gesagt, die Vermutungen ab
- Verwende Zitate von den Künstlern oder anderen Experten wie Ausstellungskuratoren etc.
- Gebe bei manchen Beispielen minimale biographische oder historische Anmerkungen, aber belaste nicht mit zu vielen Fakten, die man sich nicht merken kann.
Schreibstil
- Schreibe intelligent. Das Problem unseres Publikums ist Unerfahrenheit im Umgang mit Kunst, nicht das Fehlen von Intelligenz oder Bildung.
- Nehme dir ein Beispiel an gutem Journalismus.
- Überlege dir, wie du selbst in ein Thema eingeführt werden möchtest, mit dem du nicht vertraut bist.
- Schreibe in aktiver Sprache und verwende Hinweise wie: schaue auf ... beachte ... finde..... Das nennt man „directed looking“ (geleitetes Sehen)
- Präsentiere deine Gedanken, das „geleitet Sehen“ und die Informationen in einer logischen Ordnung.
- Ob Wandtexte oder Broschüren – jeder Text muss für sich selbst abgeschlossen sein. Man kann nicht davon ausgehen, dass die Galerie- oder Museumsbesucher die Texte in der gewünschten Reihenfolge lesen.
- Verwende kurze Sätze, die nicht mehr als eine Idee enthalten.
Sprache
- Schreibe in einer allgemein verständlichen Sprache.
- Nehme an, daß unser Publikum keine Fachsprache versteht
- Wenn du denkst, daß ein spezifisches Vokabular notwendig ist, dann definiere diese Wörter und mache ihre Bedeutung klar
Länge
- Texte, die vor Ort gelesen werden sollten grundsätzlich kurz gehalten werden
Design und Layout- Die Leserlichkeit ist sehr wichtig
- Großes, leicht zu lesendes Schriftbild - vor allem für ältere BesucherInnen
- Gestalte einen Raum, in dem die Besucher gemütlich sitzen und lesen können, bevor sie in die Ausstellungen gehen

aus: Philip Yenawine, Writing for Museum Visitors