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Museum

Montag, 2. November 2009

Freie Dienstverträge

In der Kunstvermittlung gibt es wenig fixe Anstellungsverhältnisse. Die meisten VermittlerInnen arbeiten als freie DienstnehmerInnen. Bei diesen Dienstverhältnissen tauchen oft Fragen bezüglich Versicherung und Abgaben auf. Der Verband für Kulturvermittlung bietet daher einen Gratis-Info-Termin für alle freien DienstvertragsnehmerInnen an.

"Freie Dienstverträge und andere Arbeitsverhältnisse im Kulturbereich"
Montag, 16. November 2009 , 17.00 GPA (Gewerkschaft der Privatangestellten), GPA-djp-Service-Center, Alfred-Dallinger-Platz 1, 1034 Wien

Anmeldung bei Brigitte Hauptner: b.hauptner@belvedere.at
www.kulturvermittlerinnen.at

Samstag, 15. November 2008

Kinderzimmer


Kinderzimmer im MdM Salzburg

Seit Oktober gibt es den Blog "Ideenbörse für das Kulturmarketing". Hier geht es darum, Ideen zu sammeln, die den Kulturbetrieb sympathischer und die BesucherInnen zufriedener machen. Gesammelt wird von fünf KulturbloggerInnen. Aber auch die LeserInnen sollen aktiv werden und hier ihre Ideen einbringen.
Neulich ging es in einem Beitrag darum, dass Museen kinderfreundlicher werden müssen und die Bedürfnisse der Kinder bei der Ausstellungsgestaltung berücksichtigt werden sollten. Dass so etwas sehr positiv von den BesucherInnen angenommen wird, kann ich aus eigener Erfahrung berichten. Für die letzte Ausstellung des MdM Salzburg konnte ich ein so genanntes "Kinderzimmer" anregen und umsetzten. Bestückt war es mit Kunstobjekten und interaktiven Objekten zu einzelnen Werken. Es ist nicht nur von Kindern gut angenommen worden. Auch Erwachsene fühlten sich hier sehr wohl! Ein Museumsbesuch wird für Familien auf diese Weise sicher viel einladender und spannender.

Samstag, 19. Juli 2008

Wie lautet das Mission Statement der Kunstvermittlung?

Warum haben Museen Abteilungen für Kunstvermittlung? Welcher Zweck steht dahinter? Geht es dabei vor allem um Schulprogramme? Deckt die Kunstvermittlung den Bildungsauftrag eines Museums ab? Wie weit reicht die Besucherbetreuung? Wer ist darin involviert? Wo beginnt die Kunstvermittlung und wo hört sie auf?
Obwohl ich schon seit einiger Zeit auf dem Gebiet der Kunstvermittlung arbeite, stelle ich mir immer wieder solche Fragen und setzte mich in diesem Kontext damit auseinander, was Kunstvermittlung heute bedeutet und wie sie sich in Zukunft weiter entwickeln könnte.

In diesem Zusammenhang kann es nützlich sein, ein Mission Statement für die Kunstvermittlung einer Institution zu formulieren. Der britische South West Museums Council hat dafür ein Arbeitsblatt herausgegeben, das bei der Formulierung behilflich ist. Es ist auch eine gute Basis für die Reflexion des eigenen Arbeitsbereiches.
Mission-Statement-Education (pdf, 29 KB)

Donnerstag, 5. Juni 2008

Audience Development - Zukunftsperspektiven

Ende Mai 08 fand in Linz eine von der Joanneum Academy organisierte Tagung zum Thema "Audience Develpment" statt. Diese machte klar, daß dieser Begriff in Österreich und Deutschland noch kaum bekannt und etabliert ist. Prof. Klaus Siebenhaar aus Berlin legte die Rahmenbedingung für Audience Development fest, die für ihn die "Haltung und die Arbeit einer ganzen Institution" und eine "mentale Ausrichtung" sind. "Hand, Herz und Können" müssen laut Siebenhaar dabei sein ebenso wie die Überzeugung des Dirkektors, sonst sei es eine Alibiveranstaltung. Hinsichtlich dieses ganzheitlichen Ansatzes von Audience Development war es schade, daß sich das Publikum zum Großteil aus KunstvermittlerInnen zusammensetzte. Wenige waren aus dem Bereich Marketing, Kuratoren waren kaum vertreten. Sehr anschaulich hat die Zusammenarbeit der verschiedenen Museumsbereiche (Kuratoren, Marketing, Kunstvermittlung) Mary Kershaw mit der Arbeit des York Museum Trust veranschaulicht, der in den letzten Jahren die York Art Gallery erneuert und beispielsweise durch Neuaufstellung der Sammlulng und Hands on Bereiche publikumsfreundlicher gestaltet hat. Zwei der Grundlinien des York Museum Trust lauten: "The collections are the heart of the Trust" und "All works on the collections have a public outcome".
Ein sehr gutes Beispiel für den Versuch von Audience Development gab Katharina Iber von der Kinderuni Wien. Sie stellte die Strategie vor, wie die Kinderuni durch den Besuch von Parks und Spielplätzen der Randbezirke Wiens mit Wissenschaftsboxen versucht, Kinder mit migrantischem Hintergrund anzusprechen. Hilfreiche Arbeitsmaterialien zur Entwicklung von einer Audience Development Strategie brachte Graham Black mit.
Provokant im Titel aber kaum mit Antworten versehen war der Vortrag "Pädagogik und Marketing - Konkurrenten oder Partner?" von Renate Wohlfarth. Meiner Meinung nach könnte ein Grund für die oft schwierige Zusammenarbeit dieser beiden Abteilungen darin liegen, daß die Kunstvermittlung oder Museumspädagogik eine noch relativ junge Disziplin ist, die oft als eigener Teil statt integraler Bestandteil der Museumsarbeit gesehen wird.
Eine Definition, was Audience Development genau meint, konnte in den zwei Tagen laut Moderatorin Gabriele Stöger nicht gefunden werden. Begriffe wie Besucherservice, Managementstrategie oder Besucherzahlen konnten der Audience Development nicht eindeutig zugeschrieben werden. Ich denke, es handelt sich dabei um ein publikumsorientiertes Arbeiten, das alle Abteilungen eines Museums betrifft und das innerhalb der Institution bei einer intensiven Zusammenarbeit reflektiert werden sollte. Eventuell dauert es noch länger, bis sich der Begriff und die damit verbundene Vorgehensweise im deutschsprachigen Raum durchsetzt.

Donnerstag, 17. April 2008

Guardian Family Friendly Museum Award

In Großbritannien tut sich etwas bezüglich Familien und Museen, denn auch heuer gibt es wieder den "Guardian Family Friendly Museum Award", der 2004 das erste Mal vergeben wurde.

Wie es dazu kam? Im März 2003 besuchte Dea Birkett, Journalistin des Guardian, mit ihrem zweijährigen Sohn die Azteken Ausstellung in der Royal Academy. Als der Sohn sein Erstaunen gegenüber einer Statue durch das Ausrufen von "Monster! Monster!" zum Ausdruck gab, wurden die beiden auf den Ausgang verwiesen. Über diese Episode berichtete Birkett in ihrer Kolumne "travelling with kids" und löste dadurch eine Flut von Leserbriefen aus, in denen Familien darüber berichteten, daß sie sich in den britischen Museen und Galerien nicht willkommen fühlen.
Einige Monate später wurde ein Manifest ausgearbeitet, in dem Kriterien für Familienfreundlichenkeit festgelegt wurden. Auch wurde der "Guardien Family Friendly Museum Award" eingeführt, der von Familien und Kindern ausgewählt wird.
Auch heuer stehen wieder fünf Institutionen auf der Shortlist, im Mai wird der Gewinner verkündet.

Für mich ist das ein sehr schönes Beispiel, wie Familienfreundlichkeit sich in Museen durchsetzen kann und ich denke, daß eine solche Initiative bei uns auch dringend nötig ist. Welche Museen entsprechen denn wirklich diesen Kriterien? Da fallen mir vielleicht mal fünf ein.
Armin Klein schreibt dazu sehr treffend in seinem Buch "Der exzellente Kulturbetrieb" (S. 125 u. 126): "Wollen Kunst- und Kultureinrichtungen auch in Zukunft sicher gehen, dass sie ausreichend Besucher anziehen, müssen sie bereits heute in viel stärkerem Maße, als dies - zumindest in Deutschland - bisher der Fall ist, Kinder und Jugendliche ansprechen. .....Was also gerade in Deutschland in viel größerem Umfang als bisher gebraucht wird, sind Kulturangebote, die von Kindern und Eltern (bzw. anderen wichtigen primären Bezugspersonen) gemeinsam nachgefragt werden können."

Mehr Infos zum Thema: http://www.kidsinmuseums.org.uk/
via Cultural Interpretation

Dienstag, 29. Januar 2008

Texte für BesucherInnen

Geht man als KunsthistorikerIn ein Kunstmuseum, dann hat man es leicht. Hier trifft man auf bekannte Künstler. Fachbegriffe wie Fluxus, Minimalismus oder konstruktivistisch sind vertraut. Aber wie ist das für jemanden, der nicht vom Fach ist und dem diese Begriffe nicht geläufig sind?
Philip Yenawine hat von 1983 – 1993 die Kunstvermittlung des Moma geleitet und gibt in seinem Aufsatz „Writing for Adult Museum Visitors“ nützliche Hinweise, wie man in Wandttexten oder Werkbeschriftungen auf den Besucher eingehen kann. Ausgangspunkt für seine Überlegungen war eine Besucherbefragung des Moma.

Hier sind die wichtigsten Punkte seines „Guide to Writing“:
Den Inhalt lesen
- Wenn man in ein Thema einführt, dann beginne mit einem Satz, der darlegt, warum das Werk „wichtig“ ist, warum es ausgestellt ist und z. B. warum wir den Künstler ernst nehmen. Bspw. muss man bei Van Gogh anders beginnen als bei Jackson Pollock, für den Yenawine einen Anfang wie „warum das Kunst ist“ vorschlägt.
- Nachdem das anfängliche „warum“ festgelegt ist, folgt man mit zwei oder drei Sätzen, die den Betrachter leiten um zu sehen, auf welche Weise das Werk einen Nachweis für das beinhaltet, was angenommen worden ist.
- Stelle Fragen, die von einem Betrachter beantwortet werden können, der wenig Erfahrung mit Kunst hat. Bspw. Welche Assoziationen haben Sie mit der Farbe Schwarz? Oder schlage vor, sich im Raum umzusehen, um den Betrachter zu ermutigen, aktiv zu werden (z. B. „Schau im Raum herum zu andern Bildern“)
- Schließe mit einem Überblick über das Gesagt, die Vermutungen ab
- Verwende Zitate von den Künstlern oder anderen Experten wie Ausstellungskuratoren etc.
- Gebe bei manchen Beispielen minimale biographische oder historische Anmerkungen, aber belaste nicht mit zu vielen Fakten, die man sich nicht merken kann.
Schreibstil
- Schreibe intelligent. Das Problem unseres Publikums ist Unerfahrenheit im Umgang mit Kunst, nicht das Fehlen von Intelligenz oder Bildung.
- Nehme dir ein Beispiel an gutem Journalismus.
- Überlege dir, wie du selbst in ein Thema eingeführt werden möchtest, mit dem du nicht vertraut bist.
- Schreibe in aktiver Sprache und verwende Hinweise wie: schaue auf ... beachte ... finde..... Das nennt man „directed looking“ (geleitetes Sehen)
- Präsentiere deine Gedanken, das „geleitet Sehen“ und die Informationen in einer logischen Ordnung.
- Ob Wandtexte oder Broschüren – jeder Text muss für sich selbst abgeschlossen sein. Man kann nicht davon ausgehen, dass die Galerie- oder Museumsbesucher die Texte in der gewünschten Reihenfolge lesen.
- Verwende kurze Sätze, die nicht mehr als eine Idee enthalten.
Sprache
- Schreibe in einer allgemein verständlichen Sprache.
- Nehme an, daß unser Publikum keine Fachsprache versteht
- Wenn du denkst, daß ein spezifisches Vokabular notwendig ist, dann definiere diese Wörter und mache ihre Bedeutung klar
Länge
- Texte, die vor Ort gelesen werden sollten grundsätzlich kurz gehalten werden
Design und Layout- Die Leserlichkeit ist sehr wichtig
- Großes, leicht zu lesendes Schriftbild - vor allem für ältere BesucherInnen
- Gestalte einen Raum, in dem die Besucher gemütlich sitzen und lesen können, bevor sie in die Ausstellungen gehen

aus: Philip Yenawine, Writing for Museum Visitors